Rechtfertigung der Hundesteuer

– Hunde machen Dreck.

Wo sie gehen und stehen ist es hinterher nicht mehr so, wie es vorher war.

Die Beseitigung von Verunreinigungen durch Hunde auf öffentlichen Plätzen und Straßen (beispielsweise zersplitterte Bierflaschen, Zigarettenkippen, gebrauchte Kondome und Haushaltsabfälle) verschlingt Unsummen im Jahr. Klar, dass wir als Hundebesitzer da gerne mithelfen!

– Hunde sind unhygienisch.

Daher dürfen sie auch nicht auf Kinderspielplätze oder auf die meisten öffentlichen Grünflächen.

Stellt euch mal vor, wie beispielsweise so ein Spielplatz plötzlich verseucht wäre, wenn mein Hund da drüber laufen würde mit seinen kontaminierten Pfoten! Widerlich! Der gesamte Platz müsste großräumig abgesperrt und desinfiziert werden. Dies kostet natürlich Geld. Daher ist es nur fair, dass jeder Hundebesitzer sich an diesen Kosten beteiligt.

– Hunde kacken.

Aufgrund der Hundesteuer überlegen es sich manche Menschen vielleicht noch einmal, sich überhaupt einen Hund anzuschaffen.

Das dämmt dann auf lange Sicht die Menge der wild in die Gegend gekackten Exkremente ein. Ich hatte auch schon Kackhaufen im Garten und vor der Tür. Das ist wirklich sehr ärgerlich. Aber ich bin den Katzen nicht böse. Sie wissen es halt nicht besser.

– Hunde machen Lärm und tragen damit zur allgemeinen Lärmbelästigung und den daraus entstehenden stressbedingten Krankheiten bei.

Und belasten somit das öffentliche Gesundheitssystem. Wenn das so weitergeht sind die Krankenkassen vielleicht irgendwann dazu gezwungen, ihre Milliardengewinne für die Gesundheit Ihrer Versicherten auszugeben. Das will ja keiner.

Meine Hunde bellen zeitenweise so laut, dass ich kaum noch die wüsten Beschimpfungen von Justin-Kevin aus dem Nachbarhaus gegenüber seiner kleinen Schwester Jacqueline-Mandy verstehen kann.

Justin-Kevin zahlt übrigens keine Steuern. Dafür bekommen seine Eltern aber Geld geschenkt. Und müssen weniger Steuern zahlen. Das ist logisch.

– Hunde nehmen am öffentlichen Leben teil.

Ich darf mit meinem Hund zum Beispiel über öffentliche Straßen und Plätze laufen. An der Leine natürlich. Teilweise auch an einer Leine, die eine maximale Länge nicht überschreiten darf. Aber wo kämen wir sonst auch hin. Mein Hund ist also Teil des Systems – nur zu verständlich, dass er dafür bezahlen muss, wie jeder andere auch!

Außerdem ist die Hundesteuer keine einseitige Leistung:

Ich bekomme sehr viel Service als Gegenleistung zur durchaus bescheidenen Hundesteuer!

Dazu gehören nette Gespräche mit Menschen, die mich höflich darauf hinweisen, dass mein perfekt Fuß laufender Hund doch bitte an die Leine gehört. Ich bekomme außerdem tonnenweise Tütchen zur Aufbewahrung von Hundekacke geschenkt – geschenkt!!!

Und da die städtischen Angestellten auch richtig gut auf Zack sind, findet man immer genügend Tütchen in den dafür vorgesehenen öffentlichen Behältnissen. Auch Rathausmitarbeiter reagieren stets freundlich und zuvorkommend auf „Tütchenanfragen“.

Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3 Hundetüten am Tag und einem Wert von ca. 2 Cent pro Beutel spare ich dadurch übrigens fast 22 Euro im Jahr. Hundesteuerbeträge von 120 Euro und höher sind daher mehr als gerechtfertigt.

Des Weiteren ist das Gejammere über die Hundesteuer aus folgenden Gründen fehl am Platze:

– Die Hundesteuer ist eine sehr gerechte und höchst logische Steuer – daher ist ihre Höhe auch bundesweit gleich und man muss nicht mancherorts ein Zehnfaches als anderswo bezahlen. Das wäre ja auch schlimmste Willkür – oder einfach purer Zufall.

Auch ist es gerecht und nur allzu logisch, dass ein zweiter Hund ein Vielfaches des ersten Hundes kostet. Hunde sind nun mal Einzeltiere (sie stammen ja schließlich vom Wolf ab) und wer auf den asozialen Gedanken kommt, Hunde im Rudel zu halten, gehört ordentlich zur Kasse gebeten. Recht so.

Übrigens: Da die Hundesteuer so gerecht ist, werden bei Nichteinhaltung der Zahlungsfrist auch Säumniszuschlag und Mahngebühren gleichzeitig berechnet.

– Wer sich einen Hund anschafft, muss über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen – wie könnte er sonst Futter, Tierarzt und Versicherung bezahlen können. Logisch. Also kann er auch die Hundesteuer bezahlen. Ebenfalls logisch.

Wenn er sie also bezahlen kann, dann ist es ja auch nicht zu viel verlangt, dass er sie einfach stillschweigend zu bezahlen hat, ohne zu murren.

So war es ja auch schon immer. Irgendwer wird sich damals ja etwas dabei gedacht haben.

Und nun für die Pferdebesitzer, die sich heimlich ins Fäustchen lachen:

Hinterlassenschaften von Pferden auf der Straße verschönern das Stadtbild. Auf Grünflächen dienen sie als natürlicher Dünger. Daher bezahlen Pferde auch keine Steuer. Noch nicht.

Denn es gibt bereits Bemühungen in den Chefetagen der Landesregierungen – freut euch schon einmal darauf, liebe Pferdebesitzer! 750,- Euro im Jahr werdet ihr ja wohl noch übrig haben – wenn nicht, dann müsst ihr halt einfach mal ne Weile aufs Golf spielen verzichten…

Zum guten Schluss:

Wer auch nur den Anflug von Übertreibung oder satirischen Einflüssen in diesem Text zu entdecken glaubt, hat nicht mehr alle Kerzen am Christbaum – über so etwas wie die Hundesteuer würde ich nie Witze machen! Das macht sie bereits selbst…

Quelle: eisengrind

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