Brustkrebs und SGB – Neues aus Absurdistan Teil 2

Ich weiß gerade nicht, wer mehr Glück hat, dass ich seit Anfang August – nach Ansage des Verlusts meines Arbeitsplatzes – unter richtiger Psychopharmaka stehe, um das Alles annähernd gut gebacken zu kriegen: die Politik, die Behörden, die Gesellschaft oder ich?

„Ungebremst“ stünden mir primär zwei Optionen zur Verfügung: Amoklauf oder Suizid – und DAS dann selbstverständlich als „bedauernswerter Einzelfall“. Sekundär stünde noch die Wahl zur Kriminalität: freiberuflich auf der Straße oder gut organisiert in Politik, Wirtschaft, Bankwesen.Mit einem Funken auf Menschlichkeit im Welt-Sozialamt Deutschland hoffte ich schon ein Stück weit darauf, dass mir die Riesenabfindung von € 500,- im ersten Anlauf sozusagen gelassen wird.

Nun ist Polen sprichwörtlich offen, denn nicht mal das wird Einem, der schon länger hier lebt, weder parasitär nach Germoney reindrückt, noch sich aufführt wie die Axt im Walde, gegönnt: mit Änderungsbescheid vom 18.09.2017 wird mir die Abfindung auf meinen Leistungsbezug angerechnet, wodurch sich die monatliche Unterstützung seitens des Jobcenters von € 149,50 auf € 66,17 reduziert!

Ich lass das jetzt mal so stehen.

Zeitgleich bitte ich JEDEN, der entweder selbst bei der Presse (Zeitung, TV, Rundfunk) arbeitet oder jemand kennt sowie andere (professionelle) Blogger mich darin zu unterstützen, diesen Systemwahnsinn bundesweit zum Thema zu machen und somit die Politik zu Reformen zu zwingen. – Die Originalunterlagen können bei Bedarf eingesehen und als Kopie überlassen werden.

Den Link zu diesem und / oder einem anderen Artikel zum Thema (siehe Archiv) kann, soll, darf, „muss“ über jede mögliche soziale Plattform geteilt und verteilt werden. VIELEN DANK !!

*in diesem Sinn*
Eure Sandra

Per Einschreiben/Einwurf ging heute gleich folgender Widerspruch raus:
Änderungsbescheid vom 18.09.2017
BG-Nummer: [xxxxx]
Widerspruch

Sehr geehrte Frau M./S.,

zu allererst meinen besten Dank für einen weiteren Beleg, in welch exorbitant-eklatanten “sozial“politischen wie “sozial“fiskalischen Land wir leben und wie pflichtbewusst Sie Ihren „gesetzlichen Vorgaben“ nachkommen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass Einem, der schon länger hier lebt, Jahrzehnte gearbeitet und in sämtliche Sozialkassen einbezahlt hat, nicht einmal € 500,- Abfindung nach Arbeitsplatzverlust während einer schweren Erkrankung wie Krebs belassen wird.

Es war in der Tat eine gänzlich indiskutable, unüberlegte Anmaßung meinerseits, mit erst 42 Jahren an Brustkrebs zu erkranken und mir schließlich auch noch den bislang besten Arbeitsplatz, den man haben konnte, kündigen zu lassen.

Wer braucht schon jeden Cent, wenn er von € 22,11 Krankengeld/Tag sowie großzügigen € 149,50 Transferleistung/Monat seine monatlichen Lebenshaltungskosten tragen darf, worauf “nur“ knapp € 400,- auf Wohnung entfallen? – Ja, das wird tatsächlich überbewertet.

Selbstverständlich obliegt es vollumfänglich meiner Verantwortung, dass neben der quartalsmäßigen Kfz-Versicherung ausgerechnet im Jahr meines Kampfes gegen Krebs auch noch Kfz-Steuer und TÜV im gleichen Monat fällig werden.

Etwaige Reparaturen, um mit einem neun Jahre alten Auto (mit über 203.000km) über den TÜV zu kommen, noch gar nicht mitgerechnet. – Was sind da schon € 500,-, die Einen, der schon länger hier lebt, etwas atmen lassen würden? – Auch dies: reine Überbewertung.

Sehr geehrte Frau M., ich werde mir Ihre Anregungen und Kritik zu Herzen nehmen und in mich gehen.

Was habe ich mir nur dabei gedacht, mir 2017 ein Mammakarzinom zuzulegen, eine Tumorentfernungs- sowie Brustangleichungs-OP zu gönnen und in regelmäßigen Abständen diverse Chemo-Suppen schmecken zu lassen? 2018 wäre finanziell weitaus „entspannter“ gewesen.

Abschließend halte ich fest: Hiermit widerspreche ich Ihrem Änderungsbescheid vom 18.09.2017, die Abfindung in Höhe von € 500,- mit Transferleistungen zu verrechnen und meinen Leistungsbezug daraus resultierend zu kürzen.

Ich fordere Sie hiermit auf, Ihre Entscheidung in dem Ihnen möglichen Ermessungsspielraum zu überdenken und setze Ihnen hiermit eine Frist bis Montag, 25.09.2017.

Unabhängig davon, setze ich Sie des Weiteren darüber in Kenntnis, nun nicht nur einen Anwalt zu konsultieren, sondern diesen ganzen bislang erlebten, unglaublichen Systemwahnsinn auch außerhalb meines Blog, über breiter aufgestellte Medien publizieren zu lassen.

Dankend, in Erwartung einer Korrektur des o.g. Bescheides verbleibe ich hochachtungsvoll für Ihr Engagement

Sandra Zeller

Nach der 7. Chemo der aktuell zweiten Strecke beim Warten aufs Taxi, ein bißchen Sonne getankt. Die Chancen stehen nicht schlecht: Naturteint noch etwas dunkler zu bekommen, den Ausweis „verlieren“ und in eine Sprache / in einen Dialekt umschalten, den hier kaum bis kein Behördling versteht (in mei’m Foi tiaf’s boarisch) – ausreichend überzeugend rübergebracht, springt das System dann doch „sicher“ wie ICH pfeif‘!

Nachtrag, 07.10.2017:
Es blieb abzuwarten, dass sich der nächste politprogrammierte Hammer im Lauf einer länger dauernden Erkrankung einstellt.

Gestalten, die sich ein Paar Schuhe oder einen (Hosen)Anzug für mehr als den Monatslohn eines schweren Arbeiters leisten können, wollen uns erklären, mit wieviel Geld WIR – die Steuerzahler, die Brötchengeber der politisch-geistigen Tiefflieger – unseren Lebensbedarf decken (müssen) können… PC’s, Smartphones, Tablets etc. gehören heutzutage zum Lebensstandard und können, ebenfalls wie alte Autos sogar nicht gepfändet werden…

Warum also, ist die Politik so dermaßen rückständig, vergleichbare Sicherheiten – vorallem in finanzieller Hinsicht! – auch für langwierig Erkrankte zu schaffen?

„Pünktlich“ drei Wochen vor Beginn und sieben Wochen vor Ende des TÜV- und Kfz-Steuer- Monats meldet sich der Auspuff meines Autos… DANKE, Welt-Sozialamt und Kriegstreiber Deutschland, dass mir nicht einmal € 500,- gelassen „werden konnten“, womit es sich zumindest leichter hätte atmen lassen! …

Nachtrag, 09.10.2017:
Soeben erhielt ich den Anruf der Kanzlei, welcher ich meine Unterlagen zur Überprüfung geschickt habe. Rein „sozial“rechtlich ist bzgl. der Anrechnung nach aktueller Gesetzeslage und „Recht“sprechung leider nichts zu beanstanden.

Als Krebspatient muss man sich offensichtlich mit Arbeitslosen und Sozialschmarotzern in einen Topf werfen und arm machen / halten lassen.

Milliarden Steuergeld kann neben in Deutschland verschwendet werden (Siehe Schwarzbuch), ins Ausland fließen, in Kriege investiert oder eben „Flüchtlinge“ pudern … Wer schon länger hier lebt und durch Krankheit bedürftig wird, dem wird auch noch das letzte Hemd abgezogen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.