Schleichende Vergiftung durch Schokolade

Dass man Tieren weder Schokoladeprodukte noch Kaffeegetränke geben soll, ist weit bekannt, doch nicht das Warum?.

Durch meine Teilnahme am Erste Hilfe-Kurs für Tiere im Oktober 2010, veranstaltet von der Tierrettungsschule Maurer und unserer Tierrettung LV Südbaden e.V., erhielt ich – endlich – eine genaue Erklärung hierüber:

In Schokolade und Schwarztee befindet sich Theobromin, eine organische, chemische Verbindung, die ähnlich wie Coffein wirkt und für dessen schnellen Abbau im Körper ein bestimmtes Enzym notwendig ist, das bspw. Hunden, Katzen, Pferden sowie einigen Papageienarten fehlt und der Abbau deshalb nur sehr langsam vor sich geht.

Theobromin wirkt auf Tiere nicht akut vergiftend, wie bspw. Rattengift, Putzmittel und Dünger, sondern (je nach Körpermasse und Menge) permanent schleichend, sodass unter Umständen Monate oder Jahre vergehen können, bis klare Vergiftungserscheinungen auftreten. Diese sind unter anderem: Erbrechen, Speicheln, Krämpfe, Übelkeit, Durchfall, Schwindel, unsicherer Gang, Veränderung des Pulses, Depressionen, Atemstörungen, Bewusstseinsstörungen, Bewußtlosigkeit, Atemstillstand, Herzstillstand.

Das Gleiche gilt für Teebaumöl sowie blausäurehaltige Obst- und Gemüsearten, vor allem durch die Kerne.

Da diese “spontanen” Symptome nur schwer bis gar nicht mit der (regelmäßigen) Gabe von “mal ein Stückchen” Schokolade oder “mal ein Schlückchen” Tee bzw. Kaffeegetränken in Verbindung gebracht werden – welcher Tierhalter gibt dann schon gerne zu, über einen langen Zeitraum richtig Mist gebaut zu haben?! – können sich Ersthelfer oder Tierärzte schwer tun, die Gegenmaßnahme zu ergreifen und wertvolle Zeit geht verloren.

Ist es nicht möglich, innerhalb der etwa ersten drei Minuten entsprechend zu reagieren, kann man sich schon mal nach einer Grabstätte für sein Tier umsehen.

Man braucht sich über etwaige Tierhasser, die Giftköder auslegen, überhaupt nicht aufregen und sie verdammen wollen, wenn man selbst kaum einen Deut besser ist und vor lauter “Tierliebe” oder “dem Tierchen mal was Gutes gönnen wollen” seinem Hund, seiner Katze (oder welches Tier auch immer) selbst das sichere Ende bereitet.

Es gibt einen schier unerschöpflichen Markt von artgerechtem Tierfutter, dass man sich Vollpfostenaktionen mit menschlichen, noch dazu für Tiere lebensgefährlichen Nahrungs- sowie Genussmittel wirklich sparen kann.

Also Leute: Finger weg von Schokolade, Kaffeegetränken, Tee sowie blausäurehaltiges “Grünfutter” für eure Tiere! Und habt möglichst immer ein Auge darauf, dass eure Mitbewohner nirgends etwas abstauben können!

Mehr zum Thema Theobromin und Theobrominvergiftung gibt’s bei Wikipedia.

*in diesem Sinn*
eure Sandra

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