DRV Bund

Eigentlich sollte die Deutsche Rentenversicherung Bund nur mit einem Platz als Randnotiz im entsprechenden Beitrag bedacht werden – was kann es schon groß darüber zu berichten zu geben? -, doch was man mit diesem Verein mal wieder im sozial-fiskal-politisch „durchdachten“ System Deutschlands erlebt … du kriegst die Tür nicht zu!

Originaleintrag 04.04.18: Bis auf die berufliche Rehafachberatung der Deutschen Rentenversicherung dürfte ich mittlerweile jede Stelle durch haben, die einem als Krebspatient in den Weg kommt und was soll ich sagen? … Alles läuft gut, bis … ja ähm … tja … bis wieder irgendeine Einrichtung daher kommt, wo „Bund“ drauf steht und / oder „Bund“ drin ist.

Sei es das Jobcenter, welches nach geltender, Alle über einen Kamm scherender Gesetzeslage bedürftig gewordene Krebspatienten weiter in den fiskal-sozialen Abgrund treibt oder die Deutsche Rentenversicherung Bund, sobald es darum geht, dem Versicherten für die Zeit des Rehaaufenthalts Übergangsgeld zu zahlen. Übergangsgeld ist schlicht ein anderer Name fürs Krankengeld und wird statt von der Krankenkasse eben von der Deutschen Rentenversicherung (in meinem Fall mal wieder Bund) als rehaverantwortlicher Kostenträger gezahlt.

Gegen meine Krankenkasse (Barmer) lasse ich nichts kommen! Von Anfang an, die ganze Zeit über bis jetzt legte sie einen Topservice aufs Parkett: da sollten sich vorallem die Bundes-Altparteienpolitiker mehr als eine dicke Scheibe abschneiden.

Nachdem am zweiten Werktag nach Ostern immer noch kein Geld auf meinem Konto eingegangen und mit der Krankenkasse geklärt war, dass der Rest des März-„Gehalts“ von der DRV Bund käme, rief ich gleich morgens in Berlin an (030 8650).

Dort wurde mir erklärt, man hätte weder von mir, noch von der Krankenkasse die notwendigen Unterlagen vorliegen, um eine Berechnung durchführen zu können. Bitte wie? Desweiteren wurde behauptet, ich hätte die dafür notwendigen Formblätter (G0512 von mir, G0518 von der Krankenkasse auszufüllen) mit dem Bewilligungsbescheid im Januar erhalten. – Leute, ich schwör an Eides statt: die letzten Monate bekam ich es mit derart vielen Formularen zu tun und Jedes, wirklich JEDES, wurde von mir vor dem Zurückschicken kopiert und abgelegt! Mein Brustkrebs-Abenteuer umfasst mittlerweile zwei große Ordner… Aber diese verfickten Formblätter für die DRV Bund waren weder dabei, noch werden sie im gesamten (Begleit)Text des Bewilligungsbescheids erwähnt!

Nun, wie dem auch sei: Nach der heutigen Nachsorge marschierte ich schnurstracks zur Geschäftsstelle meiner Krankenkasse und – dachte ich es mir doch: die Krankenkasse hatte ihren Zettel bereits am 22.3. an die Zuständigkeit gefaxt. Nach Darlegung des vorliegenden Problems, wurde G0518 auf meine Bitte (zur Sicherheit für die ganz Blöden) erneut an die DRV Bund gefaxt. Danach half mir die KK-Mitarbeiterin beim Ausfüllen von G0512, welches mir auch vom Design her überhaupt nichts sagte. Noch um die Angabe meiner Steuer-ID zu ergänzen, konnte ich es erst später von zuhause aus (ebenfalls per Fax: 030 8657971500) nach Berlin schicken.

Da ewig kein Durchkommen war, rief ich gegen Mittag erneut in Berlin an und * hoppala * laut dieser Dame, lag zumindest schon das G0518 vor. Ah jetzt ja: eine Insel! … Auf meinen Hinweis, dass entgegen der Aussage der Kollegin vom morgendlichen Telefonat dem Bewilligungsbescheid keine Formblätter beilagen, erhielt ich rotzfrech den Spruch: Dann schicken Sie es halt jetzt durch. gedrückt.

Nun darf man (ich) also wieder mal gespannt sein, wann mein Geld eingeht … während eine Verbindlichkeit nach der Anderen über die Bank nicht eingelöst werden kann bzw. für eine Rücklastschrift nach der Anderen mir neue Gebühren angelastet werden. Ich hab’s ja…

Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare.

*in diesem Sinn*

Nachtrag, 06.04.18: Berlin: nicht ein, sondern DAS Eldorado für Pappnasen auch außerhalb der Faschingszeit. (Die Altparteienpolitik beweist es seit Jahren jeden Tag aufs Neue.)

Nachdem sich diese Woche immer noch nichts bezüglich Übergangsgeld getan hatte, rief ich heute morgen abermals bei der Deutschen Rentenversicherung Bund an und bekam zuerst zu hören, dass „mein“ G0512 immer noch nicht da sei. – Bitte?

Nach einigem hin und her, dieses Mal an eine verhältnismäßig helle Kerze auf dem DRV Bund-Leuchter geraten, stellte sich schließlich heraus, dass das elektronische Fax (worin Papierfaxe bei Übertragung automatisch gewandelt werden) in einem falschen E-Ordner meiner E-Akte abgelegt wurde. – Unterlagen für Überbrückungsgeld können nicht gefunden werden, wenn das Fax unter Entlassungsbericht landet. * AUGEN VERDREH *

Man darf gespannt sein, ob nächste Woche dieser Spuk wirklich erledigt ist.

Nachtrag / Update 11.04.18: Na, wer sagt’s denn? Das „andere Krankengeld“ von der DRV Bund ist … zumindest teilweise da! * augen verdreh * Was ist denn jetzt schon wieder?

Auf – mal wieder – telefonische Nachfrage (wie gut, dass es im 21. Jahrhundert Flat gibt), erhielt ich zur Erklärung, dass noch kein Entlassungsbericht vorläge, aus dem hervor geht, dass ich tatsächlich aus der Reha entlassen bin. – Bitte? Dafür sei die Rehaklinik zuständig. – Bitte?

Sicherheitshalber fragte ich die Dame am anderen Ende der Leitung, ob sie auch wirklich in JEDEN E-Ordner meiner E-Akte gesehen hätte? Nicht, dass wieder etwas am falschen Platz abgelegt wurde…

Wir verblieben dabei, dass ich der DRV Bund umgehend die Entlassungsmitteilung, dieses Mal eingescannt als PDF per Mail ( drv@drv-bund.de ) zukommen ließe. Vielleicht ging so ja weniger schief und es ein Stück schneller…

[Mail abgeschickt: 8Uhr41 – Empfangsbestätigung erhalten: 9Uhr.]

Die Dame erklärte mir gleich, dass es bis zu 24 Stunden dauern könne, bis der Bericht auch im System hinterlegt ist. – Wenn er richtig abgelegt und sofort bearbeitet wird, soll es mir recht sein. … Nichts desto trotz, werde ich denen solange in der Leitung hängen, bis ich auch den Rest meines Übergangsgelds auf dem Konto habe.

[Sarkasmus an, für die Blöden.] Es ist ja nicht so, dass ich es zwingend brauchen würde … [Sarkasmus aus, für die Blöden.]

Nebenbei aufgeschnappt und angemerkt: schickt man der DRV Bund etwas per Post – wie bspw. den ärztlichen Entlassungsbericht einer Rehaklinik – kann es bis zu zwei Wochen dauern, dass dieser überhaupt in die Bearbeitung gelangt!

Meine Fresse, soviel Unfähigkeit und Lethargie sollte unsereins mal an den Tag legen .. wir dürften uns sowas von warm anziehen. In Bezug auf Gehälter, Diäten und sonstigen Bezügen im politischen/“staatlichen“ Bereich, wird ja immer wieder gerne damit argumentiert, dass sie in der freien Wirtschaft weitaus mehr verdienen würden. * hüstel hüstel * Ne Freunde, da wären solche Nullingers (von der Gesetzgebung bis zu den Handlangern) durch die Bank arbeitslos!

Nachtrag, 12.04.18: Gestern Nachmittag musste ich mich von einem wahren Schock erholen, weshalb ich erst Heute von dem gestrig Erlebten berichten kann:

Wie gestern geschrieben (…werde ich denen solange in der Leitung hängen, bis ich auch den Rest meines Übergangsgelds auf dem Konto habe.), rief ich kurz vor 15Uhr erneut bei der DRV Bund an und Eines muss man denen ja lassen: entgegen aller Unkenrufe kommt man – im Vergleich zu anderen Stellen – immer ziemlich zügig bei der Telefonzentrale raus, um mit der Rehainformationstelle verbunden zu werden.

Dieses Mal landete ich bei einer – „Name von der Redaktion geändert.“ – Frau Paps, deren Name ich aus Personenschutzgründen ihr gegenüber ändere, da sie an Menschlichkeit in diesem Handlanger-Haifischbecken wohl kaum zu überbieten ist; und bevor ihr das zum Verhängnis wird, taufe ich die Dame einfach mal um.

Frau Paps erklärte mir, dass es seitens der DRV Bund üblich sei, bis zum Erhalt des ärztlichen Entlassungsberichtes oder der Entlassungsmitteilung erst mal nur zwei Wochen Rehaaufenthalt auszuzahlen, da man ja nicht wissen könnte, ob der Patient Verlängerung bekommt oder (warum auch immer) die Reha vorzeitig abbricht / abbrechen muss.

Meinem Einwand, dass es dennoch nicht angehen könne, als Patient nicht darauf aufmerksam gemacht zu werden, sondern „im Optimalfall“ – mal wieder – selbst dran denken zu müssen, einfach die Entlassungsmitteilung anzufordern, pflichtete sie bei. Das dürfte in der Tat nicht vorkommen. [ Eingereichte Unterlagen falsch ablegen (lassen) und behaupten, sie wären – immer noch – nicht da, ebenso… ]

Frau Paps versicherte mir, dass meine e-Mail (und damit auch die Entlassungsmitteilung) bereits angekommen, richtig abgelegt und meine Angelegenheit in finaler Bearbeitung sei, wodurch ich voraussichtlich / spätestens Mitte nächster Woche mit der Restzahlung auf meinem Konto rechnen könne. – Na super, dazwischen ist noch Monatsmitte, zu der ebenfalls wieder ein paar „Verbindlichkeiten“ weg gehen … oder auch wieder nicht… Meine Nerven gingen mit mir durch.

Im weiteren Gesprächsverlauf stellte sich heraus, dass Frau Paps meine Situation nur allzu bekannt war: auch sie ist/war eine Brustkrebspatientin (inkl. Verarmung durch den „Staat“, inkl. Arbeitsplatzverlust während der Krankheit durch „Umstrukturierung“ und und und). Sie bestärkte mich ebenfalls, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, ihre tat ihr sehr gut und ist zudem sehr informativ. – Dies hatte ich Ende diesen Monats auf Empfehlung der Sozialberatung der Rehaklinik ohnehin vor, allein schon, um politisch aktiv(er) gegen diesen System-Dreck sein zu können…

Mit einerseits blank liegenden, andererseits doch beruhigteren Nerven meinerseits verabschiedeten wir uns. Dann blieb mir halt – mal wieder – nichts anderes übrig, als zu warten und hoffen…

Ich glaube keine halbe Stunde später ging mein Telefon, unbekannte Nummer: Frau Paps dran! Sie wollte mir „nur“ sagen, dass sie gerade gesehen habe, dass meine Angelegenheit abschließend bearbeitet wurde, der Kollege die Restzahlung angewiesen hat und ich bereits am Freitag, spätestens am Montag, mit dem Restbetrag auf meinem Konto rechnen kann. Sie dachte sich, sie ruft mich gleich an, um mich etwas aufzumuntern, weil ich vorhin so niedergeschlagen klang. [ WOW! ]

Dieses Mal brachte ich vor Rührung kaum einen Ton, geschweige denn ein klares Wort raus und ich glaube, bis dieser ganze Irr- und Wahnsinn ein definitives Ende hat – inklusive neuen Job mit neuen Qualifikationen auf den Weg bringen, wofür unter anderem die berufliche Rehaabteilung der DRV Bund zuständig ist – , sollte ich mich wohl besser wieder eine Zeit lang mit Kollege Citalopram unterhalten….

*in diesem Sinn* – Herzlichsten Dank, Frau Paps!

Übrigens: Bis ich auf Frau Paps traf, hatte ich es im Vorfeld mit FÜNF !! Dienst-nach-Vorschrift‚lern zu tun. Traurig, weiter ernüchternd und bezeichnend zugleich.

Nachtrag, 13.04.18: Gestern erhielt ich den Bescheid über das Übergangsgeld für die ersten zwei Rehawochen und was soll ich – mal wieder – sagen? … Wo „Bund“ drauf steht und / oder „Bund“ drin ist, kann für jemand, der schon länger hier lebt (gearbeitet und eingezahlt hat) in der Tat nur weitere Abzüge, nur noch weniger haben, nur noch tiefer rutschen bedeuten:

Es war eine Fehlinformation, dass Kranken- und Übergangsgeld ein und dasselbe seien, nur anders heißen, weil es unterschiedliche Kostenträger sind.

Fakt ist: Das  Übergangsgeld fällt aufgrund anderer Berechnungsgrundlagen nach „Sozial“gesetzbuch geringer aus, als das Krankengeld!

In meinem konkreten Fall bedeutet dies, dass ich statt € 22,11/Tag für den letzten Februartag € 17,84 und für die restlichen Märztage „ganze“ € 18,25/Tag erhalte.

In verfügbarer Endsumme ausgedrückt: statt mit € 486,42 Krankengeld, die ich erhalten hätte, wenn ich nicht in Reha gegangen wäre, darf ich – dem „Sozial“system Deutschlands seit Dank! – mit satten € 435,09 klar kommen müssen.

 

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