Fellwechsel bei Hund und Katze optimal unterstützen

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Mit wirklich gutem, effizientem und somit seinen Preis gerechtfertigten Tierpflegezubehör ist das ja so eine Sache: oftmals ist die berühmte Nadel im Heuhaufen schneller gefunden und wenn dann auch noch der Wechsel von Winter- auf Sommerfell ins Haus steht, schicken nicht wenige Hunde- wie Katzenbesitzer reihenweise Stoßgebete zum Himmel, der Wechsel möge dieses Jahr doch bitte bitte nicht allzu heftig ausfallen.

Ok, man könnte es sich megaeinfach machen und sein Tier scheren (lassen) *zapp-zarapp, Fell ist ab!*, doch nicht jedem Vierbeiner kann / sollte diese Prozedur zugemutet werden, zumal es auch im Frühjahr und Sommer Regentage gibt und dem Tier – weil nackig gemacht – wiederum Mäntelchen angezogen werden (müssen). – Mensch, denk vorher nach!

Mit meinen bereits besitzenden Utensilien alles andere als wirklich zufrieden, machte ich mich auf die Suche nach dem (eventuell) ultimativen Helferlein, um der wieder abgestoßen werdenden Unterwolle bei meinem Getier (hoffentlich) endlich mal Herr zu werden und was soll ich sagen … Ich glaub, ich habe es gefunden!

Mit dem vielgepriesenen Furminator (7) sitzt man eine gefühlte Ewigkeit am Fell. – Das ist mehr was für Leute, die sonst nix zu tun haben oder damit ihr Geld verdienen.

Der zweifach gezinkte Kamm (5) empfiehlt sich eher für die Oberfläche bzw. für bereits sichtbar loses Fell und mit der Drahtbürste (4) braucht man so mancher Pfote gar nicht erst ins Blickfeld zu kommen, möchte man es sich mit ihr nicht bis zum St. Nimmerleins-Tag verscherzen.

Der Pferdestriegel (8) eignet sich maximal zum Entfellen der Microfasercouch oder Bett-Textilien und der Rest … Naja.

Obwohl Berufs-Optimist und bevorzugter Onlineshopper (schön bequem und stressfrei), steppte ich ohne große Erwartungen in einen inhabergeführten Tierbedarfsladen, um zu fragen, ob und was es zur Unterstützung des Fellwechsels bei meinem Anhang wirklich effizientes, ohne viel Zeit- und Kraftaufwand für mich, gäbe? Dies, das, jenes hätte ich schon, taugt aber Alles nichts.

Nur wenige Sekunden später wurde an meinem Fell ein sog. Entfilzerstriegel ausprobiert und hätte ich es nicht selbst gesehen, ich hätte es nicht geglaubt: Leute, das Teil rockt! Warum bin ich nicht schon früher darauf gebracht worden? – Wer denkt denn bei kurzem Fell und Unterwolle entfernen wollen schon an entfilzen?

Was man mit wenigen Strichen mit dem Entfilzer an Unterwolle aus dem Fell rausholt, dafür sitzt man allein mit dem “Super”-Furminator einen ganzen Tag, wonach einem Arme und Rücken weh tun, sodass jede Motivation für weitere Male flöten geht!

Sicher gibt es Entfilzerstriegel auch noch von anderen Herstellern, ich stelle euch hier den von Nobby vor, der ab ca. € 10,- im Handel zu haben ist.

Welcher Entfilzer sich für euer Fell eignet, hängt von der Beschaffenheit des Pelzes ab: für kurzhaarige Vierbeiner sollte man zu fein, für Halblanghaarige zu mittel und für ganz Langhaarige zu grob zu greifen. – Fein, Mittel und Grob steht für die Anzahl der Messerzinken, was sich wiederum auf den Abstand der einzelnen Zinken zueinander auswirkt.

Mit einem feinen Entfilzer durch starkes, langes Fell gehen zu wollen, macht Mensch und Tier genauso wenig Spaß, wie mit Mittel oder Grob durch kurzen, weichen Pelz: das Eine ziept und reißt unangenehm (Stress fürs Tier, enormer Kraftaufwand für den Mensch), das Andere macht die Arme nur müde, ohne dass nennenswert alte Unterwolle erwischt wird.

Beim Striegeln mit dem Entfilzer kann dem Tier kein Schaden zugefügt werden:

Die Schneidflächen sind nur mittig an den Zinken angesetzt (siehe Bild oben) und aufgrund der Machart, hat dieses Teil eine ungeheure Aufnahmekapazität für altes Fell, sodass man die Ausbeute nicht schon nach jedem 2. Strich weg nehmen muss.

Der Entfilzerstriegel ist derart effektiv, dass ich euch – vor allem zum Anfang des Fellwechsels – nur raten kann, das Striegeln eurer Hunde nach Draußen zu verlagern! Die Flusen fliegen euch nur so um die Hände und Ohren!

Der Striegel ist so leicht und handlich, dass er beim Wald- und Wiesengassi problemlos in die hintere Hosentasche gesteckt werden kann. Herausgeholte Unterwolle lässt man dann einfach liegen und / oder vom Wind wegtragen: Die Wildtierwelt wird es freuen, flauschigeres Polstermaterial für den Nestbau gibt es kaum!

Dieser Striegel scheint außer seiner befreienden Wirkung allerdings noch einen weiteren, exklusiven Aspekt zu haben, denn sowohl das eine wie auch das andere Fell prügelt sich (bildlich gesprochen) mittlerweile darum, als Erstes bearbeitet zu werden, sobald das Teil auf der Bildfläche erscheint.

Das Zauberwort heißt: Massage!

Und wenn die richtig gut, total angenehm ist, hält jedes Fell von selbst still bzw. chillt ab, sodass man ohne festhalten oder ständig in Position bringen müssen, die Unterwolle entfernen kann.

In Bezug auf die Massagewirkung sei angemerkt: Wer sich bereits mit der Thematik Massage beim Hund befasst hat, weiß – aufgrund der Entspannung – um etwaige “geruchsintensiven Nebeneffekte”.

Zeigt sich euer Hund beim Striegeln stehend, sitzend oder liegend total relaxt und lässt euch machen, seid ihr gut. Gibt euer Kanide während der Session den ein oder anderen Furz von sich, könnt ihr davon ausgehen, dass er tiefenentspannt ist und ihr eure Sache absolut klasse macht!

Ich weiß: ein “Lüftchen” als Lob ist nicht gerade prickelnd, aber was soll’s?! So ein Tier ist schließlich auch nur ein Mensch!

Stellt euch einfach darauf ein, nehmt es sportlich und macht den Moment nicht mit (sinnlosen) Kommentaren oder Aussprüchen – für den Hund – zunichte!

Eigentlich logisch und ein generelles Must-do: vor dem Striegeln, den Pelz eures Fells auf etwaige ungebetene Gäste (Zecken & Co.) absuchen!

Etwaige Ablagerung von Hautpartikel an den Zinkenseiten können ganz einfach per Wattestäbchen (leicht feucht oder trocken) entfernt werden.

Beim Durchstreichen des Fells empfiehlt es sich (je nach Region) mit der freien Hand das Umfeld entweder festzuhalten oder zu straffen. Je weniger Widerstand man mit dem Entfilzer spürt, desto eher seid ihr am Ziel, das Meiste weg bekommen zu haben.

Am Hals und seinen Seiten sollte nicht allzu viel Druck ausgeübt werden, da sich hier sehr viele verlaufende Muskeln, Nerven und Blutgefäße befinden!

Nach dem Striegeln / der Massage sollte man seinem Hund einige Minuten Zeit geben, wieder zu sich zu kommen. Auf gar keinen Fall den Vierbeiner von Null auf Hundert zu Aktivität pushen!

Der Entfilzerstriegel kann ab dem Zeitpunkt des sichtbaren Fellwechsels nahezu den ganzen Frühling und Sommer über verwendet werden. – Man holt ja doch immer irgendwas raus…

Sobald die R-Monate (SeptembeR …) beginnen, lasst es bleiben, damit sich die, für die kalte Jahreszeit notwendige Unterwolle wieder bilden kann.

*in diesem Sinn*
eure Sandra

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