Mittwoch, Oktober 28
Shadow

Bewohner von EG-Wohnungen aufgepasst : Nebenkostenbeschiss möglich !

Vor knapp einem Jahr verfasste ich einen Eintrag über die Kostenfalle Heizkostenzähler , nachdem >ich< für das Jahr 2012 eine Nebenkostennachzahlung in Höhe von knapp € 800,- leisten sollte. Der größte Brocken davon belief sich auf die Heizkosten…

Leider musste ich schnell feststellen, dass man nur mit der Auflistung für sich selbst keine Chance hat, durchzublicken. Die Aushändigung der Gesamtkostenaufstellung des Hauses an sich als Privatmensch, wird gerne unter „Datenschutz“ gestellt und somit verweigert.

Mit dem „bißchen“ Abrechnung 2012 an die Verbraucherzentrale zur Überprüfung gewandt, erhielt ich schließlich die Aussage, dass sich sämtliche Werte und Berechnungen nach deren Erkenntnisse im Rahmen bewegen würden und die Abrechnung somit nicht zu beanstanden sei. *schluck!*

Ein („schon wieder“) entsprechend erhöhter Nebenkostenbetrag sollte verhindern, dass im Folgejahr – sprich: 2013 – wieder irgendeine Horrorsumme kommen konnte. Eigentlich.

Nun erhielt ich vor einigen Wochen die Abrechnung für das Jahr 2013 und was soll ich sagen, Leute : Komplett unbegreiflich und unerklärlich … >Ich< soll erneut Nebenkosten verursacht haben, wodurch sich eine neue / weitere Nachzahlung von ca. € 960,- ergibt, wieder mit dem Schwerpunkt auf die Heizkosten?!?

Dieses Mal war absolut Schluss mit Lustig; ich kontaktierte gleich einen auf Mietrecht spezialisierten Anwalt. Dieser wiederum forderte über den Vermieter, bei der Hausverwaltung die Gesamtkostenaufstellung aller Wohnungen (6) in meinem Haus an. Merke! : tritt ein Anwalt auf den Plan, rutscht der „Datenschutz“ in den Hintergrund.

Für Verständnis des nachfolgenden Sachverhalts sei an dieser Stelle angemerkt, dass ich a) seit knapp sechs Jahren in dieser Wohnung im Erdgeschoss wohne – also etliche Jahre der konstanten Nutzung vorweisen kann – und sich b) der Heizungsraum direkt unter den Zimmern meines Wohnbereichs befindet.

Die andere EG-Wohnung mir gegenüber, kann aufgrund nicht ganz so brauchbaren Maklertums leider mit keinen ernsthaft verwertbaren Vergleichswerten dienen. Allein in 2013 z.B., wohnten zwei verschiedene Mieter drin und dazwischen gab es einige Monate Leerstand.

Nachdem der Anwalt die Gesamtaufstellung soweit gesichtet hatte und wir zu einem weiteren Termin zusammen saßen, machte er mich auf eine „Besonderheit“ aufmerksam, die für alle Bewohner von Erdgeschosswohnung, noch dazu mit Heizungsraum in unmittelbarer Nähe und einer vermutlich schlecht isolierten Hauskonstruktion die Platin-Arschkarte bedeuten dürfte:

Als 1-Personen-Haushalt mit „ein bißchen Viehzeug“ soll ich kleines Licht innerhalb eines Jahres, noch dazu mit einer nicht jahresgleich getakteten Ablesung über 5.000 Heizungseinheiten > verbraucht < haben, während keine der vier Wohnungen über mir mit zwei und drei Personen (sprich: Familien und Partnerschaften, das Jahr durchgehend bewohnt) auch nur an der 2.000er-Marke kratzt!?!

Leider ist laut meines Anwalts auch diese Abrechnung anhand der angegebenen Daten zumindest juristisch, rechtlich sowie rechnerisch „einwandfrei“, was allerdings nicht bedeuten muss, dass dies auch auf die technische Seite der Heizungsanlage und / oder der Heizkostenzähler zutrifft!

Leider (Nr. 2) ist es mittlerweile so, dass sich die Aufsicht der Heizungsanlage seit August 2014 bei mir befindet und somit etwaige Fehleinstellungen in 2012 und 2013 nicht mehr nachvollziehbar sind, geschweige denn – akribisch wie ich nun bin – dokumentiert wurden.

Als einzigen Anhaltspunkt für die konstante Existenz meines 1-Personen-Haushalts, dem dazu passenden geringen Energiebedarf – hierzu die anderen Wohnungen in Vergleich gestellt – ist einzig und allein der Warmwasserverbrauch gegen zu stellen, denn hier bin ich „komischerweise“ das Schlusslicht !! …

Aktuell warte ich auf eine etwaige Kulanz seitens meines Vermieters, ob er der vom Anwalt vorgeschlagenen Reduktion (zwischen 15% und 30% möglich) zustimmt und im Rahmen der nächsten Eigentümerversammlung meiner Bitte auf eine Umstellung des Kostenverteilschlüssels (Fläche : Verbrauch) von 70 : 30 auf 50 : 50 statt gegeben wird.

Für Letzteres hat mir mein Vermieter (erst mal) nicht viel Hoffnung gemacht, denn unter den vermietenden Immobilieneigentümern geht der Trend eher dahin, die Kostenlast mehr und mehr auf die Mieter abzuwälzen, weil [O-Ton] noch stärker das Verursacherprinzipp angestrebt wird.

Wo allerdings bei einem Single-Haushalt mit einem angeblichen „Heizkostenverbrauch“ von über 5.000 Einheiten das „Verursacherprinzip“ angesetzt werden können soll, ist und bliebt m.M.n. extrem fraglich!

Gewerkschaftsgedöns ist eigentlich gar nicht mein Ding. Ich bin kein Mensch, der (ständig) jemand Anderen vorschicken muss, um eine Sache geklärt und geregelt zu bekommen. Doch wie in diesem Fall, bin auch ich nun an meinen persönlichen Grenzen angekommen, sodass ich in Kürze – nach fast 20 Jahren eigenständig Wohnen und auf Empfehlung meiner Chefs! – dem regionalen Mieterschutzverein beitreten werde.

Selbst beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (kurz: BMUB) empfahl man mir, mich einer solchen Verbraucherschutzeinrichtung anzuschließen, denn diese haben nicht nur jede Menge Erfahrung, sondern auch reihenweise Vergleichswerte sowie bereits gesprochene Gerichtsurteile für alle möglichen Anliegen, die Mieter(schutz) betreffen können.

Denn es kann auf gar keinen Fall sein und angehen, dass man als Single aufgrund dessen

– sich der Heizungsraum genau unter dem Wohnbereich befindet,
– die Leitungen entsprechend („wirtschaftlich“?) verlegt sind, wodurch
– sämtliche Energie erst mal durch diese eine Bude schießt, damit in den oberen Stockwerken immer noch genug ankommt

als „Verursacher“ und somit Träger für den Mammutteil der Heizkosten eines „ganzen“ Mehrfamilienhauses gilt!

Seid wachsam! Nehmt nicht Alles als Gegeben!

*in diesem Sinn*
eure Sandra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.