Tierheim Süderstraße in Hamburg: Geht’s noch?

„Man hört oder liest davon immer nur und hält alles für einen schlechten Witz. Nie im Leben käme man darauf, mal selbst da hinein zu geraten oder Jemand, der einem nahe steht.“

Mit diesen Worten verabschiedete sich heute morgen meine Hundebekanntschaft Oliver nach dem gemeinsamen, sich zufällig ergeben habenden Spaziergang und ich steuerte Kopf schüttelnd die Haustüre an. Welchen Knopf hatte dieses Mal gedrückt, um in diesem falschen Film zu landen?

Was ist geschehen?

Olivers Mutter Beate, rüstige 70+, sehr hundeerfahren, nicht nur das Herz am rechten Fleck, sondern auch mit jeder Menge Verstand gesegnet, hatte im Mai vom Tierheim in der Hamburger Süderstraße einen ebenfalls betagten, doch altersentsprechend aktiven Ridgeback-Labbi-Mix namens Caruso übernommen, mit dem sie drei Monate zuvor täglich Gassi gegangen war, bis sie schließlich vom Tierheim das OK zur Übernahme erhielt.

Caruso wurde im Sommer 2017 aus einem Alkoholikerhaushalt heraus geholt und beschlagnahmt. Trotz seiner Vorgeschichte war / ist er ein sehr lieber, umgänglicher, zu wirklich Allem und Jedem freundlicher Hund.

Oliver hatte dafür gesorgt, dass der Garten von Mutters Anwesen neu eingezäunt wurde, sodass Niemand rein, geschweige denn Caruso raus käme.

Alles war gut, Beates und Carusos Welten waren wieder schön, jeder glücklich und zufrieden. Der am Bodensee wohnende Sohn, wusste seine in Hamburg lebende Mutter wieder in guten Pfoten. Besser ging’s nicht.

Ende Juli / Anfang August beobachteten Anwohner und Nachbarn von Beates Gartensiedlung, dass und wie eine schwarzhaarige Frau mittleren Alters mit einem kleinem Kind, einem kleinen Hund sowie einer ständig schüttelnden Rappeldose in der Hand die Straße entlang auf Beates Grundstück zu ging.

Caruso lag friedlich, entspannt, den Sommer im neuen „Eigen“heim genießend im Garten, als das klirrende Geräusch, welches ein Déjà-vu in ihm auszulösen schien, immer näher kam.

Am Grundstück von Beate und Caruso angekommen, legte die schwarzhaarige Frau mit der Dose so richtig los, woraufhin sich Caruso knurrend, bellend, fletschend am Zaun, auf Beates Grundstück aufbaute und sichtbar in großen Streß gebracht worden war.

Aufgeschreckt von dem Getöse eilte Beate aus dem Haus in den Garten. Die Krawallmacherin beschimpfte und diffamierte Beate auf das Übelste und drohte schließlich, dass dieses Hundeverhalten, dieser „Vorfall“, ein Nachspiel haben würde. – Beate wusste gar nicht, wie ihr geschah.

Wenige Tage später, am 17. August 2018, standen eine angebliche Tierpsychologin sowie eine Pflegerin des TH’s Süderstraße in der Tür und nahmen Caruso einfach mit.

Von Angriff auf ein kleines Kind, einem Beißvorfall auf offener Straße war die Rede; Beate wurde nach jahrzehntelanger Hundehaltung der Inkompetenz und als „zu alt“ bezichtigt. – Nebenbei bemerkt: alle bisherigen Hunde stammten vom TH Süderstraße…

Beim (wenn man’s genau nimmt) Diebstahl Carusos entdeckten die „Experten“ den 38jährigen Graupapagei Jacko, der es mit Artgenossen nicht so hat und die Gesellschaft anderer Spezies (Menschen, andere Tierarten) vorzog.

Trotz eines zur Verfügung stehenden Käfigs für Aras und seiner aufgeweckten Art, erklärten die „Profis“ das Habitat für zu klein und den Vogel für verstört.

Mit ihrem Latein ohnehin am Ende, von allem komplett überrumpelt, rief Beate erst mal ihren Sohn an und konsultierte dann einen Anwalt für Tier(halter)recht.

Es stellte sich heraus, dass ausgerechnet dieser Anwalt bis zu einer massiv einschneidenden Veränderung innerhalb der Tierheimverantwortlichkeit selbst Mitglied dort war, allerdings austrat, als sich aufkommendes und nun vorherrschendes Tiersch(m)utzgebaren manifestierte.

Nach Carusos Diebstahl entdeckte Beate im Rahmen ihrer üblichen Erledigungen irgendwo einen Flyer über „Tiere in Hamburg“ (oder so ähnlich) und siehe da – * surprise, surprise * – ein Bild der schwarzhaarigen Frau mittleren Alters präsentierte sie als die 1. Vorsitzenden des Tierschutzvereins in der Süderstraße!

Außer sich vor Überraschung, Schreck, Schock und Wut erzählte Beate ihrem Anwalt von der Entdeckung; für ihn war das keine echte Neuigkeit. In der Vergangenheit sei es schon desöfteren vorgekommen, dass vermittelte Tiere mit intriganten Tricks von neuen Besitzern wieder abgeluxt wurden, weil bspw. die Vorbesitzer ein riesen Theater abzogen, ihre Tiere wieder zu bekommen.

Foto: Beate L.

Warum es in diesem Fall ausgerechnet einen 9jährigen Hund erwischte, der kurz nach seinem Diebstahl wieder in der normalen Vermittlung auftauchte ist allen Beteiligten immer noch völlig schleierhaft. – Gegen die Ausschreibung zur Vermittlung erwirkte der Anwalt erfolgreich eine einstweilige Verfügung.

Warum ging Caruso ausgerechnet bei einer Rappeldose ab, wie ein Schnitzel in der heißen Pfanne?

Ganz einfach: sein Vorbesitzer, der Alkoholiker, sammelte die Kronkorken in einem Behältnis, das sich irgendwann eben wie eine Rappeldose anhörte, wenn er damit nach Caruso warf, ihn traf oder schlug – man weiß es nicht genau.

Manche Tierheime unterziehen neu ankommende Hunde einer Art Wesenstest, um sich ein genaueres Bild vom psychischen / mentalen Zustand des Tieres machen zu können.

Von allen möglichen (und unmöglichen) Umwelt- sowie gesellschaftlichen Einflüßen reagierte Caruso eben auf Rasselgeräusche, was sich die schwarzhaarige Frau mittleren Alters zur Durchführung ihres was-auch-immer-Plans zu Nutzen machte.

Die Angelegenheit ist mittlerweile vor Gericht.

Eine erste Fristsetzung zur Herausgabe von Caruso an Beate ließ das Tierheim mit fadenscheinigen Ausreden – sorry! – „Argumenten“ verstreichen.

Aktuell läuft eine zweite Fristsetzung von vier Wochen, wovon bereits 1,5 vorbei sind und man darf sehr gespannt sein, ob die Verantwortlichen weiter einen auf Merkel machen (aussitzen) oder wieder – überhaupt? – zur Vernunft kommen.

Apropos Jacko: da der Graupapagei elend arm dran sei, hetzten die „Experten“ des Tierheims Beate noch den Veterinär (im Übrigen gute Freunde der schwarzhaarigen Frau mittleren Alters) an den Hals. Selbst mit allergrößten Bemühungen war es den Vets nicht möglich, Beate „auch noch“ mangelhafte Papageienhaltung zu unterstellen. Tja, Pech gehabt.

Fakt ist: Jacko ist so fit und in der Spur, dass er ganz klar mitbekommt, was um ihn herum, in seiner direkten kleinen Welt vor sich geht, dass er sogar sein Futter verweigert, seit Kollege Caruso weg ist.

Für Beate steht auf jeden Fall fest, dass sich jegliche Unterstützung für das Tierheim in der Süderstraße in Hamburg mit diesem „Ding“ erledigt hat und sie nur noch ihren Hund zurück haben will.

„Anm. d. Red.“: Niemand muss darauf verzichten, ein Tierheim zu unterstützen: In Hamburg gibt es noch das bmt e.V. Franziskus Tierheim (bekannt durch Frank Webers Medienpräsenz) im Herzen der Hansestadt.

Liebe Leute, die ihr das hier lest und bspw. bei facebook nicht gesperrt seid ( * G R I N S * ): bitte nehmt den Link zu diesem Artikel in Eure Accounts der sozialen Netzwerke, damit entsprechend Druck auf die Verantwortlichen des Tierheims Süderstraße aufgebaut wird.

„Das Ding“ zieht zumindest vor Ort schon derartige Kreise, dass Freunde, Nachbarn, Bekannte und völlig Fremde Unterschriften für Beate und Caruso sammeln. Desweiteren wird sich innerhalb der nächsten zwei Wochen – sprich: bis spätestens zum Ablauf der Herausgabefrist Ende der ersten Oktoberwoche – ein NDR Reporter bei Beate einfinden und über diese Sauerei einen TV-Bericht verfassen.

Für den inhaltlichen Wahrheitsgehalt steht Oliver, Sohn von Beate und ein mir persönlich bekannter Hamburger am Bodensee. Naja und last but not least, jetzt auch ich, die man bei so einer Schweinerei nicht zwei Mal bitten muss, sich mit aufzustellen und zu tun, was im Rahmen persönlicher Möglichkeiten machbar ist.

Denn eine Frage ist noch nicht geklärt: Tierheim in der Hamburger Süderstraße, geht’s noch?

*in diesem Sinn*
Eure Zeller

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