Hamsterhaltung: Unterbringung

Bei Hund und Katz‘ mit Bach-Blüten schon nennenswerte Erfolge erzielt, entschied ich mich, diese auch bei nun >meinem< Hamster einzusetzen, um die kleine Nagerseele wieder (vorallem einfacher und schneller als nur mit „Zeit“) in Balance zu bringen. – Denn eines hat man mit einem Hamster im Gegensatz zu einer Katze, einem Hund oder einem Reptil nicht wirklich: viel Zeit.

Es hieß, Kleiner Dienstag sei im März 2018 geboren, war damit mindestens „schon“ fünf Monate „alt“, was bei einer Lebenserwartung von 2 bis 4 Jahren bereits einen großen Lebensabschnitt bedeutete.

Um dem kleinen Kerl ein hamstergutes Leben zu ermöglichen und auch selbst – natürlich – besser zu sein als in der Vergangenheit (schließlich lernt man nie aus, also ich zumindest nicht), klotzte ich ganz schön ran, an soviel Input wie möglich aus prägnanten Quellen zu kommen. – Foren gehören, wie man weiß, in der Regel nicht dazu.

Bei Fragen, die sich durch Lektüre einiger Bücher (rebuy, medimops & Co. sei Dank, man verarmt daran nicht mehr!) oder eigener Gedankengänge auftaten und sich nicht gleich zufriedenstellend beantworten ließen, durfte ich mich an Bianca wenden.

Eine dieser Brücken in der Hand haltend, wurde der Bastler in mir reaktiviert und ich erinnerte mich an einen ordentlichen Schwung kleiner Holzstäbe, die ich noch von einer Arbeitsstelle vor einigen Jahren übrig hatte und eigentlich immer wieder, weil keine Verwendung dafür, wegwerfen wollte. – Eigentlich.

Ich fertigte zwei Brücken: Eine passgenau für längs, Eine für quer.

Da mir das typische, steckbare Hamsterhaus allgemein etwas *naja* vorkommt, ich zwischenzeitlich anderes Zubehör aufgetrieben hatte, wollte ich Kleiner Dienstag etwas Gutes tun, indem ich ihn ein neues Häuschen hinstellte und das Alte gleich entfernte. – Grober Fehler!

Kleiner Dienstag war vom Verschwinden >seines< Häuschen derart irritiert, dass er sich, statt „einfach“ ins Neue zu ziehen, am Ende seiner Schicht wie ein verlorenes Straßenkind notdürftig in einer Ecke im Heu zusammen rollte.

Selbstverständlich erhielt Kleiner Dienstag sein altes Häuschen umgehend zurück und konnte sich so im Lauf der Zeit a) an das Neue gewöhnen und b) von selbst dafür entscheiden.

Aktuell ist der Bau eines Bungalows mit zwei „Zimmern“ in Planung, auf den mich das Buch Hamster von Heike Schmidt-Röger (Ulmer Verlag) gebracht hat.

Mit einem unterteilten Häuschen kommt man wieder ein Stück weiter an natürliche Zustände heran: ein Hamsterbau besteht ebenfalls aus mehreren Kammern: Schlafen, Vorräte, Klo usw.

Desweiteren lässt sich die „Speisekammer“ so einfacher kontrollieren, ohne dem Zwerg sein Nest kaputt machen zu müssen (Köttel entfernen, Frischfutter rausnehmen), zum Anderen bleibt das Futter von den Köttel verschont, wenn der Hamster hier schläft (und kackt) und dort sein Futter bunkert. – Macht Sinn.

Bei Übernahme stand im Nagarium ein großes Holzbecken, das nahezu die Hälfte der Bodenfläche eingenommen hatte – das Sandbad – und als Erstes von allem Alten aussortiert wurde.

Es heißt zwar, dass das Sandbad schön groß sein soll, damit sich der Hamster darin ausgiebig wühlen und wälzen kann, doch was bei einem Holzbecken nicht bedacht wird: Holz ist schlecht zu reinigen, wenn sich Urin darin festsetzt. Notdürftig tauschte ich das Holzbecken erst mal gegen einen großen Keramiknapf aus, bis ich an das funktionelle wie optische Non-plus-ultra einer Sandbadschale kam: eine große Wasserschale für Reptilien.

Bereits bei anderen Tierarten zu der Erkenntnis gekommen, dass menschliches „gut gemeint“ nicht zwingend tierischem „gut gemacht“ entspricht, lässt auch Kleiner Dienstag mich wissen, wenn ihm etwas so gar nicht zur Nase steht:

Gute drei Wochen nach Übernahme hatte ich alles Wesentliche neu oder neuwertig zusammen, dass der Käfig (etwas aufwendiger) umgestaltet werden konnte. Um KD dafür ausquartieren zu können und ihm den Streß in der Transportbox zu ersparen, baute ich mit diesen zusammen steckbaren Freilauf-für-Kleinnager-Elementen ein etwa 1,5m² Gehege auf, bestückte es mit verschiedenen Gegenstände und setzte Zwerg Nase hinein.

Er machte recht bald und deutlich klar, was er davon hielt, nicht in >seinem< Revier zu sein: Höchst motiviert hatte er schnell überrissen, dass und wie er diese Hürde nehmen kann: bis auf Maximum der Körperlänge gestreckt, ein bißchen noch gehüpft, erreichte er mit den Vorderpfoten die Oberkante der Elemente und brauchte sich dann einfach nur noch hochziehen.

Ich, noch lange nicht fertig, kam nun in Bedrängnis: auf mir rumturnen lassen konnte ich ihn schlecht, die Wohnung selbst war nicht sicher genug, in der Box drehte er mir auch ohne Laufrad hohl … Also setzte ich ihn in sein halbfertiges Habitat (Sandbad und Laufrad waren platziert, das Gitterteil war noch in der Mache) – Mini-Max war zufrieden und machte trotz fehlendem Gitteraufsatz keinerlei Anstalten mehr, ausbüxen zu wollen.

Alles klar, Herr Hamster, soll mir recht sein: dann bleibst du bei kleineren Umbauten also zuhause! Für größere Aktionen (bspw. der monatliche Großputz) wird mir schon was einfallen, da sei dir mal sicher. – Mittlerweile habe ich einen kleineren Käfig (60×40) organisiert, der sich ebenfalls gestalten lässt und aus dem Kleiner Dienstag garantiert nicht ausbrechen kann.

Nachdem sich sämtliche Hängematten und Kuschelröhren (von Trixie, zu dafür unverhältnismäßig hohen Preisen) „dank“ der Hamsterkrallen innerhalb kürzester Zeit in ihre Einzelteile auflösten, fand ich in einem weiteren Gegenstand aus dem Bereich der Reptilienhaltung ein vorerst letztes Highlight, Kleiner Dienstag in seinen Naturinstinkten zu fördern und fordern: eine Lauf- und Futtersuchebene aus Korkrinde!

Die größte „Überforderung“ des Vorbesitzers lag darin, dass er sich den Hamster zulegte, obwohl ihm bzw. ihnen nur der Raum einer 1-Zimmer-Wohnung zur Verfügung stand.

Nun, auch meine Wohnung ist nicht weitläufiger, doch komischerweiser haben wir uns – Kleiner Dienstag und ich – nach gut sechs Wochen, mit allem arrangiert: Wenn ich das Ende meines Tages einläute, stelle ich mich auf Kleiner Dienstags tägliche Vorsorgung ein.

Auf Empfehlung von Bianca, die Laufradnutzung zu kontrollieren, um Stereotypien zu vermeiden, darf sich KD am Anfang seiner Schicht für ca. 3 Stunden austoben.

Auf Mitternacht zugehend, wenn ich merke, nicht mehr alt zu werden und noch Meinung dazu habend, stehe ich nochmal auf und blockiere das Rad mit einem Holzkeil, wodurch KD nichts übrig bleibt, als seine eigentliche Hamsternatur auszuleben: Futtersuche, Reviercheck, Vorräte anlegen. – Manchmal legt er sich auch zwischendurch ins Häuschen und döst.

Ein Mensch dürfte mich mit nichts vom Einschlafen abhalten, geschweige denn mit was auch immer aus dem Schlaf holen. Einem Hamster beim Radlaufen zuzuhören, hat etwas herrlich monotones, beruhigendes und gelegentlich auch einschläferndes.

Aller Anfang ist schwer.
Zum Glück gibt es immer die berühmte „Luft nach oben“.
Eine der ersten offiziellen Amtshandlungen als Neu-Hamsterhalter bestand darin, das 20cm Laufrad gegen ein 30er mit Korklaufbahn zu ersetzen und das Habitat entsprechend passend zu gestalten.
Vom Plattenbau ins Blockhaus.
Etwa 2 Wochen nach Übernahme fand die erste, direkte Tuchfühlung im Relaxmodus statt.

Motivation ist Alles …

Solange Kleiner Dienstag in >seinem< Habitat bleiben kann, findet er diverse Aktivitäten während seiner Zeit eher spannend, als störend.
Was an Grundfläche fehlt, kann durch Ausbau in die Höhe (fast) ausgeglichen werden.
Die Unebenheiten von Korkrinde fordert den Hamster in körperlicher Koordination und bietet zugleich die wunderbare Möglichkeit, Futter darin zu verstecken, das – naturgemäß – erarbeitet werden muss.
Aktueller Zustand, nach ca. 6 Wochen. (Per Klick vergrößerbar)

In der Regel stehe ich gegen 6.30h, spätestens 7h auf – wach werde ich seit KD’s Einzug oft schon früher: zwischen 4 und 5. Ich taste mich zu Kleiner Dienstag rüber, nehme die Bremse vom Rad und es dauert nie lange, bis ich ihn tippeln höre – entweder stand er schon parat und hat nur auf mich gewartet oder er hört eben, dass ich das Türchen öffne und den Keil entferne. Gegen 7.30 beendet er schließlich seine Schicht und verzieht sich ins Häuschen.

Damit Kleiner Dienstag es tagsüber möglichst dunkel hat, decke ich seinen Käfig mit einem aufgeschnittenen, dunklen Kissenbezug ab. Als ich anfangs noch tagsüber „Optimierungsmaßnahmen“ an der Einrichtung vornahm, half dieser Bezug auch während KD in seinem Häuschen schlief.

Was sich durch Kleiner Dienstag auffällig in meinem bisherigen Alltag geändert hat? Der Fernseher läuft tagsüber nicht mehr einfach nur, um etwas Geräuschkulisse zu haben, es liegt viel mehr Gemüse im Kühlschrank und gestaubsaugt wird nur noch am frühen Abend.

Über die Themen Ernährung und Beschäftigung und wie Kleiner Dienstag zu seinem neuen Name Charly kam, erzähle ich Euch in den nachfolgenden Einträgen. [folgen in Kürze]

*in diesem Sinn*
Eure Zeller

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.