Hamsterhaltung: Unterbringung II

Aus der Abteilung mit mehr Glück als Verstand freuen wir uns, Euch verkünden zu können: Dienstag ist wieder umgezogen! Ne ne, die Zeller hat er immer noch an der Hamsterbacke, doch ab jetzt hat er noch mehr Platz, Spiel, Spaß und Abenteuer, als ihm bislang gestaltet werden konnte und das Schönste von Allem: die stupiden, unnatürlichen Laufradzeiten sind vorbei! – Dass das keine normale Hamsteraktivität ist, muss sich zwar (auch) erst noch bis zu Kleiner Dienstag rumsprechen.

Die letzten zwei Monate spielte ich immer wieder mit dem Gedanken, Zwerg Hamster ein noch besseres Habitat zu ermöglichen, doch leider hat sich der Boden unter meinen Füßen (nach meinem letztjährigen „Absturz“) immer noch nicht soweit erholt, dass wieder größere Sprünge möglich sind.

Von dem her war ich nicht nur Feuer und Flamme, sondern mehr ein Jahrhundertbrand, als ich in einem Kleinanzeigenportal ein Terrarium mit 120 x 60 zu verschenken ausgeschrieben entdeckte und es sogar ergattern konnte. Ein Platz dafür war schnell gefunden, er musste lediglich vollständig frei geräumt werden. – „Plötzlich“ geht’s und man kann sich gut von diversen Gegenständen und / oder Gewohnheiten trennen. Der Bastler in mir konnte es kaum noch erwarten, wieder von der Leine gelassen zu werden.

Als Erstes wurde die obere Leiste sowie die Schiebeglasscheiben entfernt; anschließend die Plastikeinsätze aus den Belüftungslöchern genommen und gegen außen montiertes Drahtgitter ersetzt.

Sämtliche Einbauten, auf denen sich Kleiner Dienstag bewegen und erleichtern können würde, bepinselte ich mehrfach mit farbloser Lacklasur (auf Wasserbasis, spielzeuggeeignet), um die Flächen vorallem abwaschbar zu machen. Am Schnellsten klar waren mir die Stellen für Frischfutter und Wasser: oben links bzw. rechts.

Mir war schon gar nicht mehr bewusst, wieviel Zeug ich in den letzten acht Wochen für Dienstag zusammen getragen hatte. Als ich es nun wieder aus seinen Kisten, Kartons und Kellerregalen holte, erschrak ich geringfügig. Daraus das Passende und „Beste“ (für den Anfang) raus zu suchen, war gar nicht so einfach. Kopf ein, Verstand an, Herz dimmen.

Auch wenn die Grundfläche von fast 1m² als Gehege für einen Goldhamster schon recht stattlich ist, hat bekanntlich Alles immer noch ein bißchen Luft – im wahrsten Sinn des Worten – nach oben.

In unserem Fall sind das 58cm, welche mit weiteren 2,5 Erlebnisebenen ausgebaut wurden. Um Abstürze aller Art möglichst den Wind aus den Segeln zu nehmen, wurden an prägnante Stellen aus 4mm Pappel Sperrholz Geländer mit kleinen Nägel (1x15mm) montiert. Kanten und Ecken der Geländerstücke wurden mit Schleifpapier geglättet bzw. abgerundet. Lacklasur wurde nicht aufgetragen, da Pappel ein „ausgewiesenes Hamsterholz“ sein soll und gerne benagt wird.

Die große Rampe quer durchs Terrarium wurde auf der einen Seite durch Haken im Brett und Ösen an der Wand befestigt, auf der Anderen auf ein fest eingebautes Brett gelegt.

Die kleinen Rampen, über die eine Frischfutter- und die Wasserstelle erreicht werden können, sind in einer Art Scharnierfunktion so nah wie möglich am jeweiligen Brett befestigt, damit Kleiner Dienstag in keiner Lücke stecken bleiben und sich ggf. ein Bein brechen kann.

Hierfür sind die handelsüblichen Rampen perfekt vorgefertigt: die Metallstifte, die sonst in der Nut auf den 08/15-Käfigebenen liegen, lassen sich abnehmen und durch einen, zur Öse zurecht gebogenen Haken stecken.

Um KD das neue Heim vertrauter zu machen, nahm ich am Tag des Umzuges aus dem alten Käfig einige Hand voll altes Streu (der Zwerg schlief noch) und verteilte es im neuen Zuhause.

Um einen möglichst einfachen Zugriff ins Habitat zu haben, wurde die Schiebeglasscheiben auf ganzer Länge gegen eine 16cm hohe Glasleiste (4mm Floatglas) getauscht, die den unteren Rand (9cm Höhe) gegen Ausbruch mitabsichern …. sollte.

Wie sich nach Einzug heraus stellte, war Kleiner Dienstag – noch – viel zu arg in seinem bisher stupiden Hamsterleben gefangen, dass er auch dieses Mal wieder große Motivation zeigte, zu seinem alten Käfig zurück zu wollen: „Dank“ des in der Nähe stehenden Sandbades, schaffte er es auch diesmal die Kante zu bezwingen.

Nachdem ich diese Fluchthilfe weiter weg stellte, kam er von der anderen Seite, an der sich ein fest eingebautes Brett befindet. Zu seiner Sicherheit und meiner Nervenschonung, wurde ein neues „Gadget“ in Form eines abnehmbaren Begrenzungsaufsatzes aus 3mm MDF-Platte zum Einsatz gebracht, so kann Zwerg Hamsternase nachts alleine vor sich hin turnen, ohne Gefahr zu laufen, (un)freiwillig aus seinem Revier zu fallen.

Auch wenn für den kleinen Kerl erst mal wieder alles fremd und neu ist, so bin ich doch frohen Mutes, dass er sich bald sehr gut eingelebt hat und hoffentlich auch die neue Hamsterfreiheit zu genießen versteht. „Sicherheitshalber“ werde ich wieder für eine überschaubare Zeitspanne zu Bach-Blüten greifen, damit er auch in dieser Neuerung leichter ankommen kann.

Kleiner Dienstag hat weder den Vorbesitzer, noch mich gefragt, ob er bei uns leben darf, es wurde ihm jeweils aufgebrummt und ich bin mir meiner Verantwortung sehr bewusst. Deshalb werde ich auch weiterhin jede Chance ergreifen, wenn sein kleines, kurzes Hamsterleben dadurch immer wieder ein Stück weit(er) gerechter gestaltet werden.

Ich für meinen Teil freue mich auf die nächsten Monate, in denen Dienstags neues Hamsterheim aufgrund seiner Größe immer wieder mal leicht – zugunsten seiner Natur, nicht menschlicher Schnickschnackbegierde – anders ausgestattet werden kann.

Ich wünschte jeder Hamster, den sich irgendwo ein Mensch, egal ob jung oder alt, gesund oder krank, einbildet, dürfte in einem vergleichbaren, großzügigen Habitat leben, auch wenn dies mit „Aufwand“ sowie „Einschränkungen“ für den Mensch verbunden ist. – Wünschen darf man es sich…

* in diesem Sinn *
Eure Zeller

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