Dienstag, Januar 20
Shadow

Schlagwort: Brustkrebs

Zeller vs. Krebs IV & Pflegestufe

(Mein) Brustkrebs, Alltägliches
Zwischen der letzten Suppe von Runde 3 zur Ersten in Runde 4 lagen genau zwei Jahre wieder "unbeschwert" leben: 05.12.22 - 05.12.2024; seit über zwanzig Wochen befinde ich mich in einem weiteren Verlängerungsduell um mein Leben. - Hört sich dramatisch an? Ist so! Am meisten werde ich gefragt, wie lange ich dieses Mal ran muss? Antwort: Solange, bis einer von uns (wieder) einknickt. Den ersten Beitrag zur Realisierung der nächsten Runde schrieb ich Anfang November: zwei Tage nach dem bestätigenden Kontroll-CT, dreizehn Tage vor meinem 50., fünfzehn Tage vor der dazugehörigen Feier ... Und eines kann ich euch sagen: es gab nicht nur Tränenfluten, sondern auch ein ordentliches Donnerwetter, wodurch verschiedenste Veränderungen stattfanden, wovon einige rückblickend mehr als überfäll...

Klappe, die Vierte:

(Mein) Brustkrebs, Alltägliches, Gesellschaft & Politik
Aufbauen (1974 bis 2017). Abbauen (Anfang 2017). Aufbauen (Anfang 2018). Abbauen (Ende 2020). Aufbauen (Anfang 2023). Abbauen (Ende 2024). Mit allem mir aktuell zusammen kratzbarem Galgen- und schwarzem Humor: Ich komme mir vor wie ein gefragter Künstler auf Tour. Obwohl es mir klar war, dass ich mich - aWdP (auf Wunsch des Patienten) - seit dem 05.12.'22 offiziell nur in Therapiepause befand, aus der Krebsnummer wohl nie mehr rauskomme, jederzeit die Möglichkeit auf einen Rückfall besteht, verfällt man ab einem bestimmten Zeitpunkt in eine Phase des verwöhnt Seins (wie gut man wieder alles hinbekommen hat, alles läuft), genau das festhalten Wollens, vielleicht noch eine kleine Steigerung Erreichens.  Ja, im Großen und Ganzen waren die letzten zwei Jahre richtig gut und es hätte gern...

Brustwiederaufbau: Ja oder Nein?

(Mein) Brustkrebs, Alltägliches, Gesellschaft & Politik
Diesen Eintrag widme ich vorallem Frauen und Männern*, die ihre Brust ganz oder teilweise dem Krebs überlassen mussten und sich dadurch an einer weiteren Stelle ihrer seelischen Belastungsgrenze bewegen... Nach dem x-ten Mal haarlos innerhalb der letzten fünf Jahre, wuchs (trotz der damaligen Höllenschmerzen) auch in mir der Wunsch, in absehbarer Zeit wieder mehr nach Frau auszusehen, statt nur noch bzw. immer wieder ein undefinierter Klumpen Fleisch zu sein. Mit Vorfreude, Hoffnung und gewissen Erwartungen nahm ich Ende September das Beratungsgespräch mit meinem, mich 2017 operiert habenden Arzt wahr. Sicher wird mir die oder der ein und Andere zustimmen, wie entstellt man sich, aufgrund der körperlichen Veränderungen durch eine (Brust)Krebserkrankung fühlen kann; auch wenn es objek...

Ein irrer Sommer geht zu Ende

(Mein) Brustkrebs, Alltägliches, Gesellschaft & Politik
Nach der Not-OP im April ging es mir (erwartungsgemäß) den Umständen entsprechend gut. Dennoch fragte ich mich (rhetorisch) manchmal schon, was wohl noch so auf mich wartete? ... Nervig an dem neuen "Spielplatz" war die konsequente Einhaltung der Wundversorgungsvorgaben und dass innerhalb des darauffolgenden Zyklus' eine Suppe ausgesetzt werden musste, um die Wundheilung zu fördern und meinen Körper, sprich: mich, zu schonen. Bis auf die Fäden und Drainagen zwischen den Pobacken, war die Welt im Großen und Ganzen wieder in Ordnung und Alles ging seine gewohnten Gänge. Im Rahmen der Troveldy-Kur musste es dann allerdings eine kleine Änderung geben: da meine Blutwerte bei dieser Therapie zwei Mal zu sehr in den Keller rasselten, wurde der Stoff von 10ml pro Kilo Körpergewicht auf ...

Sind alle guten Dinge wirklich Drei? [Teil 2]

(Mein) Brustkrebs, Alltägliches, Gesellschaft & Politik
Der März hatte es in sich: nach alter Planung sollten alle Untersuchungen meines zurückgekehrten, abermals gewanderten Putins im Gespräch mit dem Chemo-Doc am 24.3. zusammengefasst und ein neuer Fahrplan geschmiedet werden. Da aber dieses Mal selbst mir sogar der Galgenhumor vergangen war und meine Psyche hohl drehte, setzte ich gemeinsam mit 'Vitamin B' alle Hebel in Bewegung, die Zeitachse zu verkürzen. - Etwa zwei Wochen früher stand fest: Es geht in die 3. Runde! Mein (erneutes/zusätzliches) Glück im Unglück war ein (weiterer) Fortschritt der Krebsforschung in Form des Medikamentes Troveldy, das erst im Dezember '21 in der EU, im Sommer '20 in den USA zugelassen worden war. Damit konnte die ach so böse Pharmaindustrie mit einem weiteren Mittel gegen sich ständig verändernde, gegen Vo...

Sind alle guten Dinge wirklich Drei?

(Mein) Brustkrebs, Alltägliches, Gesellschaft & Politik
Wer meine Einträge zum Thema Brustkrebs verfolgt, wird im Letzten vom Februar festgestellt haben, dass dieser der wohl schwärzeste, deprimierteste und genervteste von Allen war. - Und das ist gut so! Auch solche Zeiten muss es geben, um sich immer wieder mal zu resetten. Auf gar keinen Fall, darf man sich jedoch zu lange in so einem Loch aufhalten (lassen)! Über fünf Monate später sieht es zum Glück schon wieder besser aus, was allerdings nicht nur an meinen nahezu überirdischen Nehmerqualitäten, meiner (fast) unerschütterlichen Lebensfreude, meines Selbstbewusstseins sowie "Trotzes gegen vermeintliche Obrigkeiten" und last-but-not-least Krisenerprobtheit von Kindheit an liegt, sondern vorallem meinem unfassbar tollen privaten Umfeld sowie meiner unschlagbaren Ärzteschaft! Neben mi...

Einmal Krebs, immer Krebs?

(Mein) Brustkrebs, Alltägliches, Gesellschaft & Politik
Wir alle haben Krebs, nicht jeder selbst als Krankheit, aber irgendwo in unserem Umfeld, im Freundeskreis oder in der Familie. (Sat1 - Kampagne & Mutmach-Woche, Februar '22) Wie sich Frauen und Männer fühlen müssen, die bei ihrer Erstdiagnose Krebs in unbändige Angst, Panik, Verzweiflung, Hilflosigkeit und oder sofortige Resignation verfallen, weiß seit Mitte Februar nun auch ich. Den Glauben genommen zu bekommen, man habe es ein zweites Mal geschafft und dann doch wieder vor eine Wand zu laufen ... Wie Horror pur dies ist, lässt sich, glaub' ich, sehr gut an den Bildern erkennen, die ich aus eigenen Fotografien (in ursprünglich entspanntem Kontext) mit Text gestaltete. In Phasen wie diesen kann man sich den glücklichsten Menschen nennen, wenn auf das Umfeld blind Verlass ist un...