Alte Tiere neu eingewöhnen (Katzenbeispiel)

… das Tier ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.

Das Einzige, das ich im regelmäßigen Umgang mit oder bei Übernahme von erwachsenen Tieren manchmal etwas bedauere ist, sie weder als Jungspunde kennengelernt, noch ihre Entwicklung verfolgt haben zu können. Bekommt man geprägte Tiere in Obhut, muss man sich auf etwaige Erzählungen Dritter, die eigene Intuition, Beobachtungen und Erfahrung verlassen (können).

Menschliche Emotionen sowie Gewohnheiten haben zu Gunsten der Tiere gänzlich außen vor zu bleiben. Mitleid ist ein sehr schlechter Berater: es macht selbst labil und behindert notwendiges, effizientes Handeln. Der obligatorische Hallo wach!-Kaffee schmeckt auch noch nachdem alles für den Ankömmling in die Wege geleitet bzw. durchgeführt wurde.

Auch wenn es kein Patentrezept gibt, man bei jedem Tier die Maßnahmen aufs Neue abstimmen muss: völlig unabhängig von Herkunft, Alter, Gesundheitszustand usw. ist es mit mal eben zu sich holen, ein warmes Plätzchen und Nahrung bieten, einfach lieb zu haben und es auch sonst an nichts Materiellem fehlen lassen wollen, nicht damit getan, vom Leben mit dem Menschen gezeichnete Tiere aufzufangen bzw. sie wieder in die Spur zu bringen.

Leider befinden es immer noch viele „erfahrene Tierfreunde“ und „kompetente Tiersch(m)ützer“ als völlig ausreichend, Tiere nur in „bessere“ Umgebungen zu bringen und dann abzuwarten, frei nach dem üblichen Motto: Sie werden sich schon einleben… Ein Tier das Hilfe benötigt(e), besteht aus weitaus mehr, als mit der Zeit sich ergebende äußerliche Veränderungen, Verbesserungen und Fortschritte sowie körperlicher Gesundheitszustand.

Immer wieder (meist von genau diesen „Experten“) liest man: Tiere haben eine Seele! … WARUM zum Henker, wird diese dann nicht auch in den allgemeinen Genesungsprozess miteinbezogen?!

Nachdem Kiras neues Zuhause fix war, bat ich Andrea eine bestimmte Bach-Blüten-Mischung zu besorgen und diese – wenn machbar – so schnell wie möglich, der Fellmadame zukommen zu lassen. Leider bestand zu wenig Hoffnung in das Pflichtbewusstsein der aktuellen Menschen, sodass wir in diesem Fall besser beraten waren, Kira den ersten Pipettenschluck zu geben, noch bevor sie für ihre Reise zu mir in ihren Kennel gesetzt wurde.

Hinweis: Je akuter eine Seelenschieflage ist, desto eher setzt die Wirkung von Bach-Blüten ein, sodass im Grunde genommen nicht wirklich Zeit verschenkt war.

Nur Anhand von Andreas Schilderung, bestand Kiras erste BB-Mischung aus:

  • Star of Bethlehem, die Task Force unter den Bach-Blüten. Unterstützt bei Bewältigung von Traumata, unabhängig davon wie lange das Erlebte schon zurück liegt.


In Kiras Fall waren das u.a. die drei Verluste ihrer langjährigen Katzenkollegen, wovon sie nie einen wirklich verarbeiten konnte; die Einzüge der jungen Katzen, die die Bude und somit auch Kiras Leben viel zu sehr auf den Kopf stellten; das allgemein sich zu Kiras Nachteilen verändernde Umfeld usw.

  • Walnut. Sich Veränderungen nicht einfach ergeben und sich damit abfinden, sondern damit klar kommen lernen.
  • White Chestnut. Innere, mentale Spannung abbauen, sorgt für Ausgleich und Entspannung.
  • Honeysuckle. Wandlungsfähigkeit wieder herstellen bzw. fördern, etwaiges Heimweh überwinden, Interesse an aktuellem Geschehen wecken, um Vergangenheit leichter loslassen zu können.


Für uns Menschen nur schwer vorstellbar, doch für Tiere kann aus „unguten“ Haltungsbedingungen (egal, ob hygienisch oder psychisch bedingt) rausgeholt werden sehr irritierend und verängstigend sein, weshalb der wissende Tiermensch – bevorstehende, annähernd planbare oder bereits eingetretene – Veränderungen und deren Konsequenzen niemals ignoriert, unterschätzt und / oder abwiegelt!

Nach wenigen Wochen zeigte sich Kira interessiert, doch noch nicht mutig genug, auch die dafür notwendigen Schritte zu machen, sodass Honeysuckle gegen Mimulus ausgetauscht werden konnte.

Mit der neuen Mischung war es Kira möglich, ihr Vertrauen sowie ihre Tapferkeit zu stärken, die Angst vor (un-bestimmten) Situationen oder Lebewesen zu bewältigen, wodurch es ihr sichtbar zunehmend leichter fiel, aus eigenem Antrieb heraus am Alltagsgeschehen teilnehmen zu wollen, statt weiterhin die Opferrolle zu besetzen.

Als erstes konnte nach etwa zwei Monaten ihre Toilette aus dem separaten Raum ins schräg gegenüberliegende Bad gestellt werden – dieser Weg war für sie kein „Spießrutenlauf“ mehr.

Hinweis: Bach-Blüten-Therapien bestehen mitunter aus mehreren, verschiedenen Kombinationen, die je nach Beobachtung immer wieder angepasst werden müssen und in der Regel mehrere Monate durchgeführt werden sollten. Allein erste Anzeichen einer einsetzenden Verbesserung, sind absolut kein Grund, abrupt mit dem Seele trösten aufzuhören!

Wie das Umfeld gestaltet sein und sich verhalten sollte:

Tier nicht belagern (lassen). Um- und Zugang nur für Personen, die für die Pflege mit beauftragt und betraut sind.

  • Wenn bereits andere Tiere vorhanden, sollten diese zuverlässig auf Abstand zum neuen Mitbewohner zu bringen und halten sein. Im Optimalfall sind etwaige eigene Tiere an Neuzugängen nicht interessiert und lassen sie von sich aus in Ruhe.Eigens eingerichtete Räumlichkeit für jeden zur Sperrzone erklären, der nicht auch mit der Pflege beauftragt / betraut ist.
  • Von Zeit zu Zeit Zugänglichkeit testen – Tier gibt Geschwindigkeit und Umfang vor!
  • Nach Bereitstellen von Futter auf Abstand (wort- und blicklos!) anwesend bleiben.
  • Je nach Reaktionen des Tieres mehrmals wiederholen, Abstand vergrößern / beibehalten (Vertrauen weiter aufbauen) oder steigern (Vertrauen ausbauen): Abstand bei Anwesenheit verringern, kurzes leises Reden, Futter aus Hand geben (am Fressplatz auf Boden, auf dem Kratzbaum, an der Höhle, gemütlich auf dem Sofa, im Bett etc.)
  • Nicht jede grundsätzlich erfreuliche Reaktion des Tieres lautstark kommentieren und „loben“, still freuen! Ehrliche Freude => positive Energie => wohltuende Atmosphäre => Entspannung => Vertrauensbasis => Zutrauen => Tier öffnet sich.


Parallel zur Bach-Blüten-Therapie, die die Seele von innen „defragmentiert“, kann mit einer weiteren angenehmen, einfach umsetzbaren Therapie von außen unterstützend geholfen werden: Aromatherapie mit Duftölen.

Ähnlich wie bei Bach-Blüten, muss man sich auch bei Duftölen über Wirkungsweise und Anwendungsgebiete der Grundstoffe informieren.

Basierend auf meiner eigenen Internetrecherche ( Aromatherapie für Katzen ) auf der Suche nach entspannende, harmonisierende wie auch stärkende, stressmindernde und zugleich belebende Düfte, hier die Übersicht meiner persönlichen Auswahl, auch preislich vertretbarer Öle: Anis, Cajeput, Melisse, Neroli, Salbei, Ylang Ylang.

  • Eine Duftöllampe möglichst zentral und für Tiere sowie Kinder unerreichbar aufstellen, damit sich der Duft weitläufig verteilen kann und somit für eine große Wohlfühlzone sorgt.
  • Innerhalb 24 Std. maximal 3 Teelichter (Brenndauer je ca. 1 Std.) verwenden.
  • Je nach Schwere des Öls oder Anzahl der verwendeten Lampen 1 – 5 Tropfen pro mit Wasser voll gefüllte Lampenschale.


Wenn das Aroma für den Menschen kaum bis gar nicht riechbar ist, kann man davon ausgehen, dass die Tropfenmenge stimmt. – Tiere riechen um ein vielfaches besser als Menschen, sodass für sie bereits Minimalmengen ausreichen.

Ist der Duft auch für den Menschen auffällig oder sehr extrem wahrnehmbar, am besten sofort korrigieren. Was es bei Duftölen mit Minze zu beachten gibt, könnt ihr Hier [Link folgt] nachlesen.

*in diesem Sinn*
eure Sandra

Kira verließ uns nach genau 17 Monaten. Eine anschließende Untersuchung ergab, dass sie aufgrund ihrer Zucht sowie menschlichen Versäumnissen vor unserer Zeit, schwerkrank war.

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