Mittwoch, August 12
Shadow

Best of Kleiner Dienstag

Im Alter von unter 2 Jahren musste ich mich am Sonntag (23.2.) von Kleiner Dienstag verabschieden.

Bereits 3 – 4 Wochen vorher damit gerechnet – mir war aufgefallen, dass KD’s Fell heller, blasser wurde und er nicht mehr so viel wie sonst Nachts unterwegs war – und um im Fall der Fälle möglichst zeitnah zu reagieren (tote Hamster stinken innerhalb kürzester Zeit extrem!) – legte ich Teile seines Futters für mich leicht sowie gut sichtbar in seinem Gehege aus.

Als es schließlich am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr immer noch unangetastet da lag, stellte ich mich darauf ein, irgendwo einen verstorbenen Kleiner Dienstag vorzufinden. – „Leider“ war dem nicht so:

Kleiner Dienstag lag sterbend unter der großen Korkrindenplatte und hatte sichtlich zu kämpfen: die Augen waren nahzu geschlossen, er wirkte wie ein übergroßes, sich blind herum tastendes Hamsterbaby und wackelte stark teils nur mit dem Kopf, teils mit dem ganzen Körper.

Zuerst wusste ich nicht, ob es Sinn machte, ihn aufzunehmen, da er im Todeskampf vielleicht doch noch zubeißen könnte? – Ich wagte es einfach. Kleiner Dienstag tat nichts! Er war die Ruhe in Hamster, fühlte sich abgemagert und unterkühlt an. Auf meinem Bauch, unter der wärmenden Bettdecke liegend, schien er sich zu entspannen: er wackelte nicht mehr und bewegte sich auch sonst nicht mehr großartig. War dies jetzt der ruhige, warme, begleitete „Endspurt“?

Sonntagmorgen, 8 Uhr … ein im Sterben liegendes Kleintier … Was jetzt? Warten? Es selbst erlösen? Zum Tierarzt?

Ich hatte ehrlich gehofft, Kleiner Dienstag wäre tot, wenn seine Zeit gekommen war und ich ihn gefunden hätte. Ihm jetzt beim Sterben zuzusehen, konnte ich genauso wenig, wie ich wusste, ein Tier „zu erlösen“. – Ich bin kein (sagen wir) einfaches Gemüt, das die „richtige Drehrichtung“ eines Nackens kennt… Somit dauerte es eine gute Stunde, bis ich eine Tierärztin erreichte, zu der wir innerhalb der nächsten halben Stunde kommen und Kleiner Dienstag helfen konnten. Und ja: auch für die Erlösung eines Hamsters wird die Wochenendgebühr fällig…

Seit 28.08.2018 war Kleiner Dienstag eine feste Größe in meinem Leben.

Nichts desto trotz möchte ich auch festhalten, dass Hamster aufgrund ihrer geringen Lebenserwartung, Bedürfnisse und Natur nahezu unsinnige Haustiere sind! In der Hoffnung, dass auch irgendwann in Sachen Hamsterhaltung ein Umdenken stattfindet, danke ich dem kleinen Kerl für die vielen interessanten und lustigen Einblicke, die mich zahlreiche Erkenntnisse (über Menschen) und Erfahrungen (über Hamster) reicher gemacht haben!

R.I.P. Kleiner Schatz!

Eintrag vom Juli 2019:

Nach fast einem Jahr Zusammenleben und anfangs alles andere als ultimativ Hamster-begeistert, ist es Heute als sei der kleine Kerl – so unauffällig er auch sein mag – schon immer da gewesen. Aus einem extrem gestressten, dadurch aggressiv gewordenen Kleinnager entwickelte sich im Lauf der Zeit ein entspanntes, amüsantes, faszinierendes, interessantes Nagetier, was man so nicht wirklich für möglich gehalten hätte.

Doch Achtung, Leute: Wer glaubt, so ein Hamster hat es bei mir supergut, weil sooooo süüüüß, sooooo niedlich, sooooo putzig, so dies, so das, so jenes und wird von vorne bis hinten in Watte gepackt, gepudert, verhätschelt und vertätschelt irrt gewaltig … auch ein Mesocricetus auratus hat bei der Zeller so rein gar nichts zu lachen: 

  1. Das Habitat so groß und bestückt, dass er nicht nur Gefahr läuft, sich zu verlaufen, sondern auch ganz viel Patrouille gehen muss, um alle, immer wieder neu dazu kommende Gerüche zu klären.
  2. Allgemeinen Kontakt zur Außenwelt gibt’s nur zu bestimmten Zeiten, i.d.R. alle 2 – 3 Tage in den Abend- bzw. Nachtstunden
  3. Futter wird nicht mehr in Schälchen serviert, es muss zusammen gesucht werden.
  4. Für extravagante Leckereien (bspw. Wachsraupen, Hirtenkäse, Quark mit Bachflohkrebsen u.ä.) hat Hamster sich mit dem Riesending außerhalb seines Reviers zu arrangieren.
  5. Spätestens bei Komplettreinigung seines Geheges (frühestens wenn er selbst mal wieder aussteigt, weil die Hamstersperre vergessen wurde) gibt’s Freilauf soweit die Wohnung reicht und Wege bzw. Lücken nicht versperrt sind.

Tja, also, mit Vermenschlichung von Tieren oder mangelhaften bis komplett fehlendem Tiersachverstand kann ich nicht „leider“ nicht dienen; das überlasse ich sehr gerne Anderen … den „wahren Experten“. >;o)

Die ausgestellten Bilder zeigen Stationen/Situationen unserer zurückliegenden elf Monate (28.8.18 – 29.07.19) und erhalten irgendwann vielleicht auch noch Beschreibungen, die nach Klicken des Bildes sichtbar werden. Sie dürfen bei Interesse und unter Quellenangabe sowie Linksetzung zu meinem Blog an anderer Stelle gepostet werden.

Zum Zeitpunkt der Galerieerstellung erfreute sich Kleiner Dienstag bester Gesundheit und seines frisch gestalteten Geheges.

Hamsterheim: Schock muss sein … zum Glück allein

Am Anfang war der Stress … und dann kam Die Zeller …

Kleiner Dienstags Geschichte ist unter Hamsterhaltung nachzulesen.

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