Montag, Mai 10
Shadow

Fast wie ein Sonntagsspaziergang bei bestem Wetter

Ich sitze am PC, habe gerade diesen Eintrag eröffnet, drei DinA 5-Seiten in Zeller-Steno hierfür vor mir liegend und doch fehlt mir im Augenblick irgendwie der Einstieg…

Mai 2017

Seit über zwei Monaten stelle ich mich aufs Neue dem Krebs entgegen und wer es nicht weiß, würde niemals darauf kommen, dass und welcher Kampf (wieder) in mir tobt.

Februar 2021

Um Euch die unvorstellbaren Weiten und Welten von Krebstherapien zu veranschaulichen und diesen, den immer noch vorherrschenden Schrecken weiter zu entziehen, hier zwei Fotos, die mich jeweils ca. 2 Monate nach Therapiebeginn zeigen.

Unschwer zu erkennen, ist mein (äußerlicher) Allgemeinzustand dieses Mal ziemlich gut und so fühle ich mich im Großen und Ganzen auch.

Die Nebenwirkungen halten sich bislang ebenfalls im erträglichen Rahmen:
– ausgetrocknete Nasen- und Mundschleimhaut,
(Linderung bringen: Nasenöle wie ColdaStop & GeloSitin, Bonbons oder Früchte aus der Konservendose lutschen)
– trotz gelegentlichem Magengrummeln wie kurz vor Erbrechen, bisher keine ernsthafte Übelkeit,
(bislang nur 2 Tabletten der Begleitmedikation eingenommen, ansonsten bei leichter Mulmigkeit: 3 – 6 Globuli Nux Vomica)
– zeitweilige Kopfschmerzen lassen sich durch mentales Abschalten (Mediation), bei stärkerem Grad u.U. zusätzlich mit Ibu, im Zaum halten,

– rau und rissig werdende Haut um die Fingernägel, die stückchenweise immer wieder abgeschnitten werden muss,
(Zehennägel und -haut bis jetzt ok)
– überbeanspruchte Darmschleimhaut, wodurch beim Stuhlgang zeitweise wieder Blut mitaustritt,
(erschreckt mich heute nicht mehr)
– Einschlafprobleme lassen Dank Neurexan sowie Entspannungsmusik nach, dafür haperts hin und wieder beim Durchschlafen.

Laut Doc wacht man Nachts immer mal wieder, doch meistens so kurz auf, dass man sich gar nicht daran erinnert. Solange man gleich wieder einschläft und / oder am nächsten Tag nicht gerädert ist, besteht kein besonderer Handlungsbedarf.

Persönlich betrachte ich es auch als sehr gutes Zeichen, immer öfters den morgendlichen Griff zum Anti-Depressiva-Buddy Citalopram zu „vergessen“. Dies ist sicher mit darauf zurück zu führen, dass ich mir in den letzten drei Jahren das beste soziale Umfeld aufzubauen durfte, das man sich nur vorstellen bzw. wünschen kann! Meinen aufrichtigen, aus tiefstem Herzen kommender Dank, ich fühle mich sehr geehrt, dass all Ihr, meine Lieben, mein Leben so bereichert!

„Das innere Ich“. – Achtsamkeitstraining in Form von Kunsttherapie während der Reha 2018.

Bei all diesem, im weitesten Sinn wirklich positiven Verlauf habe ich beschlossen, mich wieder dem Training eines Angsthundes zu widmen, wodurch für uns Beide eine Win-Win-Situation entsteht: das Pfotenherz wird nahezu frei von lähmender Angst in ein selbtbewusstes, gestärktes Leben gehen und ich habe einen wirklich guten Grund mehr, dem Oberarsch noch entschiedener zu trotzen.

Mein rechter Arm hat dagegen nicht wieder geschnallt, was er soll … Er wird zwar durch die wieder regelmäßige Lymphdrainage weicher, doch leider noch nicht wieder dünner. Ob dies in Verbindung zum Lymphknoten-Rezidiv steht, kann mir bislang niemand definitiv beantworten.

Eine weitere Veränderung, die in den letzten Tagen stattfand, worüber ich vor etwa zwei Monaten noch besorgt war, ist das (meinerseits) erklärte Ende der Partnerschaft. – Nicht zwingend durch den Rückfall, eher durch „unüberwindbare Differenzen“ erkannte ich: Ich habe nur Kraft für einen K(r)ampf und die Priorität ist sowas von klar!

Auf der einen Seite ist diese Entwicklung schade, auf der Anderen bin ich jedoch – mal wieder – dankbar: ich durfte erkennen, dass ich trotz voran gegangener, über 13-jähriger Singlezeit immer noch *Fingerschnipp* beziehungsfähig bin und sein möchte. Von dem her bin ich zuversichtlich, dass mir irgendwann der wirklich passende Deckel über den Weg stolpert.

Desweiteren trat ich von einer, vor ca. sechs Monaten übernommenen Seniorenbetreuung zurück, nachdem aus mir unerklärlichen Gründen ziemlich schräg gekommen wurde. – Man muss seine (Lebens)Zeit für Nichts und Niemanden investieren, das auf >>Freiwilligkeit<<, ohne jegliche existentielle Bedeutung, beruht!

Sich gesellschaftlichen Zwängen, irgendwem oder irgendwas gegenüber „gerecht zu werden“ zu entziehen, hat mit Aufmerksamkeit sowie Achtsamkeit sich selbst gegenüber zu tun! Fühlt Euch frei, macht es einfach!

Nach der allgemeingültigen Krebs-Systematik gelte ich – wie bereits erwähnt – als „unheilbar krank“. Nach der Zeller’schen Systematik kann ich dies weder erkennen, noch nehme ich es einfach so hin…

*in diesem Sinn*

 

– Fortsetzung folgt. –

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